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20070625

Moderner sozialer Konflikt Dahrendorf Ralf

Willkommen hier

zu einer Übersicht (bzw. Inhaltsangabe mit Stichworten im Telegrammstil) der Transitenator-Blogposts zu

Ralf Dahrendorf: Der moderne soziale Konflikt.

Die Überschriften sind die Links zu den jeweiligen Beiträgen.

Literaturhinweis: Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch, Auswahl und Bearbeitung: Transitenator.
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Die Lektüre dieser Blogeinträge kann und will das papierene Buch nicht ersetzen. Es ist empfehlens- und anschaffenswert und sollte in keiner Bibliothek fehlen. Die Einträge in diesem Blog sollen dazu dienen einen schnellen Überblick zu bestimmten Stichworten zu finden und sollen durch einen gewissen 'emanzipativen Charakter' die Teilnahme an der Bürgergesellschaft fördern.
Ich freue mich, dass Sie sich für diesen Stoff interessieren! Danke für Ihr Interesse! Ich mache sicherlich viele Fehler und bin in keinster Weise irgendwie perfekt und bin dankbar für Kritik und Hinweise. Sie können unten am Ende dieses Eintrages ein Kommentar hinterlassen, mir eine Email senden oder aber auch dieses Blog per Email oder RSS abonnieren. Wir sehen uns dann so zu sagen in Ihrem Postfach wieder :-) Guten Tag noch!

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Sozialer Konflikt - Dahrendorf sk-01
Die Königin der Sozialwissenschaften ist nach Dahrendorf die Sozialanalyse, in welche strenge Theorie, normative Absicht und historische Durchdringung verwoben werden.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/sozialer-konflikt-dahrendorf-sk-01.html
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Revolutionen und Lebenschancen sk-02
Die Marxsche Theorie habe zwei Teile, einen sozialpolitischen und einen sozioökonomischen. Die Teile bleiben ein Schlüssel zum Verständnis des moderen sozialen Konfliktes. Doppelgesicht des Bürgers als bourgeois und als citoyen (Staatsbürger). Der Burgeois ist Herold des Wirtschaftswachstums, der Andere der der gleichen Teilnahmechancen.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/revolutionen-lebenschancen-sk-02.html
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Eintrittskarten in die moderne Gesellschaft sk-03
Das Doppelgesicht der Moderne: Unterscheidung zwischen dem Zugang den Menschen zu Dingen haben und den Dingen, die es gibt um ihre Wünsche zu befriedigen. Anrechte geben Menschen einen rechtmäßigen Anspruch auf Dinge. Es geht daher nicht nur um die Verfügbarkeit von Lebensmitteln, sondern auch vor allem um die Menge von Zugangschancen.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/eintrittskarten-sk-03.html
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Revolution und Schwäche sk-04
Sozialrevolution gegenüber politischer Revolution. Die Industrielle Revolution war sozial, die Französische Revolution politisch.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/revolution-schwche.html
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Macht Demokratie reich? sk-05
Politische Prozesse beruhen auf menschlichem Eingreifen, während ökonomische Prozesse naturwüchsig ablaufen. Politik geschieht in Institutionen, Ökonomie im Markt. Der Witz der Unterscheidung liegt darin, Politik und Ökonomie wieder zusammenzubringen, also ihr Verhältnis zu bestimmen. Es sind zwei Formen sozialer Prozesse und zwei Perspektiven auf Gesellschaft. Grundrechte werden nicht nur durch Folter und Verhaftung verletzt sondern auch durch Hunger und Not. Es ist keineswegs klar, dass politische Reform die Triebfeder des ökonomischen Erfolges freisetzt. Fortschritt bemisst sich an der Zahl von Menschen, die Zugang zu Märkten wie auch zur aktiven Öffentlichkeit und zu den Chancen der Gesellschaft allgemein finden. Die Hauptfragen sind hier daher politisch in dem Sinne, dass sie bewusstes Handeln zur Etablierung von Rechten und zur Umverteilung von Gütern verlangen.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/macht-demokratie-reich-sk-05.html
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Lebenschancen und Zivilisation sk-06
Wir brauchen Anrechte und Angebot, wenn wir menschliche Wohlfahrt vorantreiben wollen. Menschen brauchen Zugang zu Märkten, politischen Entscheidungsprozessen und kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten, aber diese Bereiche müssen auch viele und vielfältige Wahlchancen anbieten. Dahrendorf's Antwort: Die civil society, die Bürgergesellschaft! Die Bürgergesellschaft ist also nicht einfach eine Gesellschaft von Individuen, sondern von Bürgern im vollen Sinne des Wortes. Sie ist damit ein Ergebnis der Zivilisation und nicht der Natur.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/lebenschancen-zivilisation-sk-06.html
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Schwebende Werte sk-07
Die Frage ist aber nicht, wie wir uns von aller Herrschaft befreien und zu einem arkadischen Schäferleben einschläfern lassen, sondern wie wir Herrschaft so zähmen können, dass ein Optimum an Lebenschancen möglich wird. Gesellschaft heißt nämlich immer Normierung von Verhalten. Normierung kann aber nicht in der Luft schweben; sie kann noch nicht einmal auf bloßer Übereinkunft beruhen. Sie bedeutet, dass bestimmte Werte als geltend gesetzt werden.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/schwebende-werte-sk-07.html
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Alter Hut: Klassenkonflikt sk-08
Der Gesellschaftsvertrag ist nicht ein für allemal gegeben, sondern er unterliegt selbst dem Wandel. Um ein lebendiges Ordnungsinstrument zu bleiben muss er angepasst werden. Das Neuschreiben des Gesellschaftsvertrages geschieht durch soziale Konflikte. Diese liefern die Texte und die Kräfte der Veränderung. Dahrendorf zeigt auf einen Widerspruch der Marxistischen Klassentheorie: Weder Marx noch seine Anhänger identifizierten je die Produktivkräfte, deren Träger und Verkünder das Proletariat sein sollte.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/alter-hut-klassenkonflikt-sk-08.html
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Schwellenland und Bürgerrecht sk-09
Dahrendorf konstatiert zwei Schwellen des Wandels. Das Thema des Klassenkonflikts heißt Lebenschancen.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/schwellenland-brgerrecht-sk-09.html
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Schizophrene Bürger? sk-10
Der Begriff 'Bürger' ist etwas zweideutig und es stecken daher ein Staatsbürger (citoyen) und ein Besitzbürger (burgeois) in unserem 'Bürger'. Der Begriff 'Citizenship' (der Status des Bürgers) beschreibt die Rechte und Pflichten, die sich aus der Mitgliedschaft in einer sozialen Einheit, vor allem in einer Nation ergeben. Rechte machen den Kern des Bürgerstatus aus.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/schizophrene-brger-sk-10.html
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Grundeinkommen sk-11
Die bürgerlichen Grundrechte sind der Schlüssel zur modernen Welt. Zu ihnen gehören die Elemente des Rechtsstaates, Gleichheit vor dem Gesetz und verlässliche Verfahren der Rechtsfindung. Das Ende der Hierarchie bedeutet den Anfang der bürgerlichen Grundrechte. Bürgerliche Grundrechte werden nicht nur durch die wirtschaftliche Macht der Privilegierten begrenzt, sondern auch durch die wirtschaftliche Schwäche vieler, denen sie durch Gesetz und Verfassung versprochen werden. Was bedeuten Rechte, wenn manfrau sie nicht nutzen kann?
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/grundeinkommen-sk-11.html
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Innere Emigration sk-12
Bürgergesellschaft als Medium der Freiheit. Freiheit heißt auch, dass der Staat breite Bereiche des Lebens der Menschen allein lässt, so dass diese sich weder für noch gegen dessen Institutionen entfalten müssen, um am Ende gemeinsam mit diesen und mit der Marktwirtschaft Lebenschancen zu fördern. Die Welt, in der es nur atomisierte einzelne und den Staat gibt, ist aber eine Welt der Unfreiheit.
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/innere-emigration-sk-12.html
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Index bzw. Stichwortverzeichnis zum Buch sk-13
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/konflikt-index.html
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Korporatismus sk-14
Kein einfacher Parallelismus zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Ausweitung von Anrechten. Das Bündnis zwischen den drei Hauptakteuren, also Regierung, Gewerkschaften und Unternehmen, brachte jenen 'Hang zum Korporatismus' hervor, der sich aber nur aufrecht erhalten lässt, wenn alle Beteiligten ihre Interessen zumindest teilweise durchsetzen können. Es gibt also mehrere Ingredenzien des politischen Wandels. Eines ist die Kraft, mehr oder minder organisierter sozialer Bewegungen (können Parteien sein, müssen aber nicht).
http://transitenator.blogspot.com/2007/03/korporatismus-sk-14.html
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Eliten, Klassen, sozialer Wandel sk-15
Die Beziehung zwischen Klassentheorie und Elitetheorie. Politik in der industriellen Gesellschaft hat in ihrem Kern mit der effektiven Vermittlung dieser verschiedenen Elemente (Klassen, Eliten) zu tun. Parlamente haben hier ihre Aufgabe und versammeln organisierte soziale Kräfte, wählen Führer und geben ihnen Chancen des Handelns und zwingen aber auch zum Zuhören.
http://transitenator.blogspot.com/2007/04/eliten-klassen-sozialer-wandel-politik.html
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Max Weber, Politik, Ohnmacht, Bürokratie sk-16
Politikverdrossenheit? Die da oben machen was sie wollen? Formen ökonomischen Denkens stehen ständig im Vordergrund und werden gebetsmühlenartig wiederholt. Tendenzen in den U.S.A. und in Europa gehen in Richtung Totalisierung. Weber war geradezu besessen von der Rolle der Bürokratie (Beamtenherrschaft) und dem mit ihr verbundenen allgemeinen 'Willen zur Ohnmacht'. Das Bild der Bürokratie als einem 'Gehäuse der Hörigkeit' für künftige Generationen. Bürokratisierung des Parlaments droht immer und überall.
http://transitenator.blogspot.com/2007/04/max-weber-politik-ohnmacht-brokratie-sk.html
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USA - Soziale Voraussetzungen politischer Demokratie sk-17
Mobilität ist Amerikas Grundmerkmal. In Amerika Bürgerrechte als Eintrittskarte zum wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben. Dann Kampf aller gegen alle, 'rat race'. Sozialdarwinismus spielt in Amerika nicht nur die Rolle einer Philosophie. Es gibt ein amerikanisches Gleichgewicht von elementaren Bürgerrechten und einem unbegrenzt scheinenden Angebot.
http://transitenator.blogspot.com/2007/04/usa-soziale-voraussetzungen-politischer.html
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Großbritannien - Innovative Politik ohne Wirtschaftserfolg sk-18
Die britische Politik war lange Zeit eine Politik der Anrechte (Nullsummenspiele), bei denen die Gewinne der einen mit den Verlusten der anderen bezahlt wurden aber nicht eine Politik des Angebots. Themen britischer Politik waren Bürgerschaft und Privilegien, nicht Wirtschaftswachstum.
http://transitenator.blogspot.com/2007/04/grobritannien-innovative-politik-ohne.html
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Deutschland - Wirtschaftswachstum ohne bürgerliche Anrechte sk-19
Lange Zeit fehlte in Deutschland das, was Dahrendorf als das demokratische Minimum bezeichnet hat. In Deutschland versuchte die herrschende Klasse mit weithin feudalen Voraussetzungen die Industrialisierung zu ihrer Sache zu machen. Das ist etwas ganz anderes, als wenn eine industrielle Klasse gewisse quasi-feudale Werte annimmt und sie nach ihrem eigenen Bilde um prägt. Deutschland lieferte das erste wichtige Beispiel der Industrialisierung von oben, der autoritären Industrialisierung.
http://transitenator.blogspot.com/2007/04/deutschland-wirtschaftswachstum-ohne.html
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Weltkriege, Proletariat, Totalitarismus, Dahrendorf sk-20
Die Lichter gehen aus in Europa. Die revolutionäre Illusion dagegen verbindet den Glauben an den unaufhaltsamen Marsch des Fortschritts mit der Fata Morgana der Utopie. Sie lockt Menschen heraus, aus der wirklichen Welt fort von der Freiheit. Die Proletarier aller Länder werden aufgerufen sich zu vereinen. Statt dessen stimmten die parlamentarischen Vertreter des Proletariats für die Kriegskredite auf beiden Seiten der Front. Gründe für das Verschwinden des Proletariats. Das Wort 'Masse'. Die revolutionäre Illusion selbst war eine Form des Verrats der Intelligenz. Überzogene Hoffnungen und Utopien ebnen den Weg für Ideologie und Tyrannei.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/weltkriege-proletariat-totalitarismus.html
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Totalitarismus Diktatur Bürokratie Autoritarismus sk-21
Der Totalitarismus ist das Resultat der Ersetzung älterer und gefügterer Sozialstrukturen durch strukturlose 'Massen'-Gesellschaften. Verlust an Ligaturen. Die Ingredenzien des Totalitarismus sind unvollkommene Modernität, der Verrat der Intellektuellen und die Sirenenklänge des einen Führers. Atomisierung und Individualisierung des Individuums ist, was Totalitarismus tut, nicht warum es ihn gibt. Totalitarismus ist reine Zerstörung. Wir können wieder zu Bestien werden.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/totalitarismus-diktatur-brokratie.html
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Wirtschaft Wachstum Verteilung sk-22
Gesetzmäßigkeiten des Verhältnisses von Wirtschaftswachstum und Ungleichheit. Im Verlauf des modernen Wirtschaftswachstums steigen Ungleichheiten in der Verteilung zuerst an, dann Nivellierungseffekt, dann Umkehr der Entwicklung. Eine Voraussetzung des modernen Wirtschaftswachstums ist das Vorhandensein von elementaren Bürgerrechten. Die Kraft des Bürgerstatus muss wirksam sein, damit der Kapitalismus aufglühen kann. Bürgerrechte können aber mit massiven Ungleichheiten einhergehen.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/wirtschaft-wachstum-verteilung-sk-22.html
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Konvergenz Sozialismus Offenene Gesellschaft sk-23
Unterscheidung zwischen Sozialdemokratie und real existierendem Sozialismus. Die meisten Gesellschaften verfangen sich in schmerzhaften Widersprüchen des Verhältnisses von Wirtschaft und Politik. Der Gipfel sozialistischer Errungenschaften ist die Kombination von Privilegien der Nomenklatur, die dieser das Äquivalent einer westlichen Kleinbürgerexistenz erlauben und einer unzuverlässigen Versorgung mit Elementargütern.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/konvergenz-sozialismus-offene.html
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Klassenkampf Korporatismus Institutionalisierung sk-24
Raymond Aron sprach nicht von Klassenkampf sondern von gesunder Rivalität und betonte, dass Demokratie bedeute Konflikte zu akzeptieren, nicht um sie zu befrieden, sondern um ihren gewaltsamen Ausbruch zu vermeiden. Theodor Geiger ging in seiner 'Klassengesellschaft im Schmelztiegel' vom Fortschritt der Wirtschaftsdemokratie aus. In den USA hat Joseph Schumpeters Anwendung der ökonomischen Theorie auf die Politik Anhänger gefunden. Mit Hilfe von Kenneth Arrows Theorien sozialer Wahlentscheidungen (social choice) wurde eine ökonomische Theorie der Demokratie entwickelt. Korporatismus als eine Entwicklung der Institutionalisierung oder Demokratisierung des Klassenkampfes. Das Risiko der korporatistischen Perversion des demokratischen Klassenkampfes liegt darin, dass sie Starre an Stelle von Bewegung hervorbringt. Der Korporatismus geht nur allzu leicht eine Verbindung mit der Bürokratie ein, und beide rauben der Verfassung der Freiheit ihren Lebenskern, nämlich die Fähigkeit Wandel ohne Revolution hervorzubringen. Korporatismus nimmt das Leben aus dem demokratischen Prozess.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/klassenkampf-korporatismus.html
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1968 Demokratisierung Konsens sk-25
Demokratie nicht nur ein Zustand, sondern eine Lebensweise, eine Tätigkeit und Tugend. Ingredenzien des sozialdemokratischen Konsens beziehen sich auf soziale Bürgerrechte in einer Welt des Wohlstandes.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/1968-demokratisierung-konsens-sk-25.html
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Weltordnung Macht Politik sk-26
Großmächte neigen dazu, das internationale System als ein Instrument ihrer besonderen Interessen zu benutzen. Macht und nicht Recht bestimmt, was zwischen Nationen geschieht. Wir leben in einer Welt ohne Ordnung, in der daher Machtverhältnisse eine dominante Rolle spielen. Wirtschaftliche Kraftzentren konkurrieren um Märkte und kümmern sich wenig um Regeln. Mit den großen transnationalen Unternehmungen und den sie begleitenden Finanzmärkten ist eine neue Produktivkraft entstanden, die nach neuen Spielregeln ruft. Anomie im Weltmaßstab?
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/weltordnung-macht-politik-sk-26.html
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Grenzen des Wachstums sk-27
Zentrale These: "Wenn die gegenwärtigen Wachstumstrends in der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung der Ressourcen sich unverändert fortsetzen, dann werden die Grenzen des Wachstums auf diesem Planeten irgendwann innerhalb der nächsten hundert Jahre erreicht sein".
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/grenzen-des-wachstums-sk-27.html
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Demokratisierung Sozialstaat Bürokratie sk-28
Das Wort 'Demokratisierung' musste für mancherlei herhalten und paradoxerweise zumeist für Tendenzen, die eher zur Bürokratisierung als zur Macht des Volkes führten. Die rationale Ausübung von Herrschaft überwindet den Dilettantismus und die Willkür früherer Herrschaftsformen, aber erklärt auch die Drohung eines Gehäuses der Hörigkeit, in dem alle Initiative und jeder Individualismus erstickt werden. Die Bürokratie ist der größte Widerspruch des Sozialstaates. Als Resultat einer Bürokratisierung, die zunächst unvermeidlich schien, werden individuelle Probleme verallgemeinert, formalisiert und zu unpersönlichen Fällen in Aktenordnern gemacht.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/demokratiserung-sozialstaat-brokratie.html
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Postindustrialismus Kasinokapitalismus sk-29
Daniel Bell prägte diesen Begriff 1973 die 'nach (post) industrielle Gesellschaft', es ist ein Buch der 60er Jahre, (so Dahrendorf) und er interessierte sich zunächst für Wandlungen der Beschäftigungsstruktur. 80er Jahre: Der 'Kasino Kapitalismus' (Susan Strange) nährt sich von Schulden. Genuss jetzt, Arbeit später. Das ist nicht nur eine Stimmung sondern schon Mode.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/postindustrialismus-kasino-kapitalismus.html
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Arbeitslosigkeit Vollbeschäftigung Bürgerstatus sk-30
Wir sehen auf den seltsamen Widerspruch von beträchtlichem Wirtschaftswachstum und hoher, andauernder Arbeitslosigkeit. Hohe Arbeitslosigkeit in einer Zeit des Wirtschaftswachstums stellt Fragen. Methoden der Produktivitätssteigerung. Schicksale von Arbeitslosen. Sie passen nicht hinein. Arbeitslos zu sein ist 'etwas anderes'. Es ist nicht akzeptabel. Es zerstört die Selbstachtung von Menschen, bringt ihre Lebensroutine durcheinander und macht sie von staatlicher Unterstützung abhängig. Im Interesse der Freiheit ist es wichtiger, das Recht, nicht zu arbeiten, zu etablieren, so dass Regierende niemanden in eine Abhängigkeit zwingen können.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/arbeitslosigkeit-vollbeschftigung.html
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Unterklasse Unterschicht Ghettoisierung sk-31
Dauerarmut ist das amerikanische Gegenstück zur europäischen Dauerarbeitslosigkeit.
Damit eine Unterklasse entsteht, muss es systematische Prozesse ihrer Rekrutierung, ihrer Abgrenzung und der Prägung ihres Verhaltens geben. Dauerzustand der Entfremdung. William Julius Wilson ist der eigentliche Erfinder des wissenschaftlichen Begriffes der Unterklasse, obwohl er es vorzieht von 'wahrhaft Benachteiligten' zu sprechen. Das Wort 'Unterklasse' beschreibt eine reale und neue Soziallage. Die als Unterklasse beschriebene Sozialkategorie ist vom Rest der Gesellschaft durch Grenzen getrennt, die manfrau Anrechtsgrenzen nennen muss.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/unterklasse-unterschicht-ghettoisierung.html
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Multikultur Bürgerrechte Separatismus Fundamentalismus sk-32
Stammesdenken - ist erneut aktuell. Der 'Charme' der 'multirassischen (Anmerkung: 'multikulturellen') Gesellschaft' entgeht einer Mehrheit, die eher daran interessiert ist Grenzen zu ziehen als Offenheit zu zeigen. Minderheiten verlangen ihre eigene Nische, wenn nicht ihre eigene Region, ihr eigenes Land. Die Zweideutigkeit der Forderung nach 'Selbstbestimmung' entwickelt ihre eigene Dynamik. Unterschiede wurden/werden als Waffe gegen den Bürgerstatus verwendet und noch verstärkt durch soziale Emotion (Fundamentalismus). Das Recht, anders zu sein, ist eines der Grundrechte der Mitglieder von Gesellschaften, aber zu ihnen gehört auch der Verzicht auf Methoden der Durchsetzung, die das Prinzip des gemeinsamen Bürgerstatus gefährden. Separatisten haben andere Prioritäten als Bürgerrechtler.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/multikultur-brgerrechte-separatismus.html
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Langzeitarbeitslosigkeit Entfremdung Anomie sk-33
In offenen Gesellschaften individualisiert sich der soziale Konflikt. Manfrau (die einzelne Person) bekommt das 'Pummerl' (die Schuld) für das Versagen oder für Fehlkonzeptionen des 'Systems'. Dieser oder diese Einzelne ist nicht mehr politisch organisiert sondern lediglich Bittsteller auf Arbeitsämtern etc. und wird als 'Sozialschmarotzer' (auch und vor allem von politisch Tätigen) gebrandmarkt, diffamiert und stigmatisiert). Individuelle Mobilität tritt notwendigerweise an die Stelle des Klassenkampfes. Die Schlüsseltatsache für die Unterklasse und die Dauerarbeitslosen ist, dass sie sozusagen keinen Einsatz im Spiel der Gesellschaft haben. Das Spiel findet ohne sie statt. Robert Merton hat unserem Verständnis von Anomie seine eigene Wendung hinzugefügt, indem er sie als jenen 'Kollaps der kulturellen Struktur' beschrieb, der eintritt, wenn Menschen auf Grund ihrer sozialen Stellung nicht in der Lage sind, den Werten der Gesellschaft zu folgen. Anomie beschreibt unter diesem Gesichtspunkt einen Zustand, in dem Normbrüche nicht bestraft werden. Darüber hinaus beschreibt Anomie einen alle Bereiche des sozialen Lebens durch dringenden Zustand. Dazu gehört der Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung in der Ehe, Steuerhinterziehung und andere Formen der Wirtschaftskriminalität.
Menschen haben keinen Einsatz in der Gesellschaft und fühlen sich daher an ihre Regeln nicht gebunden.
http://transitenator.blogspot.com/2007/05/langzeitarbeitslosigkeit-entfremdung.html
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Europa Anfang 90er sk-34
Wo immer die Bürgergesellschaft bedroht ist, findet manfrau die Protagonisten des Konsens auf der Seite von Freiheit und Recht. Warum sollte also jemand nicht Sozialdemokrat sein wollen? Die Bürokratie, dieser Webersche Alptraum erscheint in vielerlei Gestalt. Eine davon ist der Korporatismus. Es handelt sich um ein Regieren durch Arrangement, um nicht zu sagen Kartell, und damit um die Abkehr sowohl von der Suche nach Führungsimpulsen als auch von der nach einem demokratischen Nachschub. Es kommt der Punkt, an dem die Entmutigung von Innovation und Initiative zum Problem wird. Auf einmal geht nichts mehr.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/europa-anfang-90er-sk-34.html
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Thatcherismus sk-35
Das Programm des Thatcherismus beschreibt auf eindringliche Weise ein Programm des radikalen Wandels. Kernpunkt liegt in dem Versprechen, die Menge und Vielfalt von Wahlchancen gegen alle Strukturen der korporatistischen Erstarrung zu steigern. Joseph Schumpeter's Theorien der Innovation durch Unternehmergeist erlebten in den achtziger Jahren eine Wiedergeburt. So wie Weber das Schicksal der Bürokratie vorher sah, so beschwor Schumpeter das, was er 'Sozialismus' nannte. Alte Monopole werden gebrochen; erstarrte Systeme werden dereguliert; Staatsunternehmen werden an die Privatwirtschaft verkauft; das Kartell der Sonderinteressengruppen wird aufgelöst; die Macht der Gewerkschaften wird beschränkt. Wahlchancen im Bildungswesen werden zum Thema. Öffentliche Dienste einschließlich des Gesundheitswesens werden den Winden der Konkurrenz ausgesetzt.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/thatcherismus-sk-35.html
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Die Grünen Anfang 90er sk-35
Die deutschen Grünen versuchen in den 90ern, die Ökologie mit zwei anderen Interessenlagen zu verbinden. Sie werden zur Dachorganisation für entfremdete Minderheiten und sie versammeln jene um sich die das ganze System der Mehrheitsklasse zersetzen wollen. In den 80er Jahren fand diese Kombination von Ökologie, Minderheiten und Demokratisierung in Deutschland beträchtlichen Zulauf. Offenkundiger mittelständischer, fast akademischer Charakter des Projektes. Fundamentalisten können am Ende dem 'ehernen Gesetz der Oligarchie' (Robert Michels) nicht entkommen.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/die-grnen-anfang-90er-sk-36.html
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OECD Europa Anfang 90er sk-37
Die Leute trauen dem Frieden nicht mehr recht. Die Mehrheitsklasse hat ihr Selbstvertrauen verloren und wird in zunehmendem Maß protektionistisch. Die Sozialdemokratie ist als politische Kraft am Ende ihrer Kunst. Auf die Wähler ist kein Verlass mehr; fast alle sind Wechselwähler geworden. Es liegt ein Aroma der Veränderung in der Luft, ohne dass die Richtung klar wäre, aus der es kommt.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/oecd-europa-anfang-90er-sk-37.html
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Revolution 1989 Comecon Europa sk-38
1989 war eine Doppelrevolution in der es zugleich um Anrechte und Angebot ging. Das Monopol der Nomenklatur diente der Verteidigung von Privilegien und es hielt zugleich die Chancen einer modernen Marktwirtschaft nieder. Im ehemals kommunistischen Europa löst sich vieles auf; ein altes Regime mit seinen Strukturen macht einer verwirrenden, zuweilen fast anomischen Offenheit Platz. Im Westen eine Tendenz zur Erstarrung, der Drohung von Webers Gehäuse der Hörigkeit. Der schwierige Weg in die Freiheit.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/revolution-1989-comecon-europa-sk-38.html
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Dahrendorf Weltbürgerschaft sk-39
Bürgergesellschaften lassen sich nicht aufrecht erhalten, es sei denn, wir verstehen sie als Schritte auf dem Weg zu einer Weltbürgergesellschaft. Konflikt ist die Quelle des Fortschritts zur Zivilisation und am Ende zur Weltbürgerschaft. Bürgerrechte, der Bürgerstatus, die Bürgergesellschaft sind wichtige Schritte auf dem Weg. Die Unterklasse, die Dritte Welt, die Unterdrückung von Minderheiten, der Krieg gegen andere, andersartige, anders denkende Menschen verletzen das Prinzip der Bürgerfreiheit selbst dort noch, wo dieses verteidigt wird. Drei Wege die nicht originell sind aber wichtig. Strategische Veränderungen. In Keynes Allgemeiner Theorie gibt es ohne effektive Nachfrage keine Vollbeschäftigung und damit keine effektive Ausnützung der wirtschaftlichen Ressourcen. Effektive Nachfrage aber stellt sich nicht automatisch ein; sie verlangt unter Umständen staatliches Handeln einschließlich von Maßnahmen der Umverteilung. In den armen Ländern der Welt liegt das Schlüsselproblem in der Verbindung von Wirtschaftsentwicklung und Bürgerstatus.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/dahrendorf-weltbrgerschaft-sk-39.html
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Dahrendorf Keynes Agenda Liberale sk-40
Dahrendorf neigt zu der Ansicht, dass die liberale Partei das beste Instrument für zukünftigen Fortschritt ist. Ist das eine reale oder eine imaginäre Partei?
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/dahrendorf-keynes-agenda-liberale-sk-40.html
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Liberale Politik sk-41
Fünf Tagesordnungspunkte von Keynes (1925). Mehr Staat, Korporatismus, bewusste Kontrolle und Lenkung der Wirtschaft stehen nicht auf der Agenda einer liberalen Politik für die neunziger Jahre. Fragen der liberalen Tagesordnung.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/liberale-politik-sk-41.html
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Dahrendorf Liberale Agenda Innovation Kontrolle sk-42
Fragen der politischen Ordnung. Minimierung der Kosten des Irrtums. Verfassung der Freiheit. In einer Welt der Ungewissheit kommt alles darauf an, die Kosten des Irrtums so gering wie möglich zu halten. Monopolitische Herrschaft, sei sie autoritär oder totalitär, läuft immer Gefahr, einen Irrtum zur Staatsräson zu erheben. Die Kosten des Irrtums werden dadurch gering gehalten, dass die Möglichkeit des Wandels in die Institutionen von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eingebaut wird. Sinn der Demokratie ist es, Möglichkeiten zu schaffen, Regierungen abzulösen, ohne dass Blut fließt oder unnötiges Leid verursacht wird. Sinn der Marktwirtschaft ist es, das Angebot auf die Nachfrage und ihre wechselnden Präferenzen zu beziehen. Sinn der Bürgergesellschaft ist es, vielen Gruppen Luft zum Atmen und zum Wirken zu eröffnen, so dass keine sich als Tyrann aufspielen kann. Der politische Korporatismus in all seinen Formen führt zu Dogmatismus.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/dahrendorf-liberale-agenda-innovation.html
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Sozialstaat Grundrechte Bürgerrechte Grundeinkommen sk-43
Eine Gemeinschaft der freien Staaten Europas muss eine Bürgerrechtsgemeinschaft sein, in der zumindest die Grundsätze der Europäischen Menschenrechtskonvention unmittelbar geltendes Recht werden. Die Grundrechte sind dabei präzis und eng zu verstehen, vor allem als Rechte auf Unversehrtheit der Person und auf freie Betätigung und Bewegung. Den Rückfall in die Stammesexistenz vermeiden. Der heterogene Nationalstaat, in dem Menschen verschiedener Kultur gleiche Grundanrechte besitzen, ist eine wichtige Errungenschaft der Zivilisation. Nur solche Staaten sollten in die Gemeinschaft der europäischen freien Staaten aufgenommen werden, die Bereitschaft und Fähigkeit beweisen, einen gleichen Grundstatus für Menschen unterschiedlicher kultureller Eigenheiten zu garantieren. Eine Alternative zu den gängigen Methoden der Hilfe, ist das garantierte Grundeinkommen, welche besonders wirksam wäre, wenn sie an das Steuersystem gekoppelt würde, also als negative Einkommenssteuer.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/sozialstaat-grundrechte-brgerrechte.html
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Institutionen Anomie Normen sk-44
Wenn manfrau annimmt, dass wir in einer arkadischen Welt der Eintracht leben (Rousseaus Emile hat 'gehorchen' und 'befehlen' nicht im Wortschatz), wird manfrau sich wahrscheinlich alsbald in der bösartig - brutalen Welt von Hobbes Krieg aller gegen alle finden, wo Menschen in 'ständiger Angst' leben und es selbstverständlich 'keine Gesellschaft' gibt. Institutionen sind das einzige Instrument zur Vergrößerung der Lebenschancen aller. Die zivilisierende Kraft der Anrechte verlangt, dass wir Normen und Sanktionen ebenso anerkennen wie die Instanzen, die diese begründen und erhalten.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/institutionen-anomie-normen-sk-44.html
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Gesellschaftsvertrag Bürgergesellschaft sk-45
Was aber ist der Kern des neuen Gesellschaftsvertrages? Was bedeutet Institutionen-Bauen heute?
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/gesellschaftsvertrag-brgergesellschaft.html
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Bürgergesellschaft Politik mit Enthusiasmus sk-46
Menschen leben in wirklichen Situationen und nicht nach der Tagesordnung der Politik, nicht einmal nach der der Politik der Freiheit. Sie wollen etwas wissen über die Werte, an die sie sich halten können. Freiheit im elementaren Sinn ist ein solcher Wert. Sie ist das simple Verlangen, nicht eingesperrt zu sein. Wer die Freiheit liebt, will jedes Gehäuse der Hörigkeit aufbrechen, sei es das der Bürokratie oder das eines Gefangenenlagers. Wie weckt manfrau Begeisterung? Wofür lohnt es sich zu kämpfen oder auch nur ganz schlicht zu leben? Junge Menschen sind ungeduldig geworden. Junge Menschen müssen etwas tun, das Bedeutung hat. Bedeutung hat zwei Aspekte. Was Menschen (manfrau :-) tut) tun muss Spaß machen, und es muss wichtig sein. Was wichtig ist, wird ebenso sehr von anderen entschieden. Vieles Wichtige ist verknüpft mit Gerechtigkeit oder vielmehr mit der Linderung der Ungerechtigkeit in der Welt. Wichtiges ist verknüpft mit der Linderung von Schmerzen, Leiden anderer. Etwas tun, heißt selbst etwas zu tun, in freier Assoziation mit anderen. Etwas tun führt zur Bürgergesellschaft. DIESE ist das Medium des (staatlichen bzw. gesellschaftlichen) Lebens mit Sinn und Bedeutung. Manfrau kann schwerlich Dinge tun, die Spaß machen und die wichtig sind, wenn manfrau im Zirkel sozialer Benachteiligungen gefangen bleibt oder in einer Umwelt lebt, in der eine Person oder Partei oder Instanz sich die Macht angemaßt hat, andere herum zu schubsen.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/brgergesellschaft-politik-mit.html
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Lebenspraxis Solidarität Zivilcourage Initiative Nächstenliebe
Hier werden zwei Projekte junger Leute vorgestellt. In diesem Blog (transitenator) werden gerne weitere derartige Projekte vorgestellt.
http://transitenator.blogspot.com/2007/06/solidaritt-zivilcourage-initiative.html
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20070328

KORPORATISMUS sk-14

Hier geht es jetzt weiter mit der Politik in der industriellen Gesellschaft. Es geht um den Prozess, durch den die Themen und die sozialen Konfigurationen des Konflikts in politisches Handeln umgesetzt werden. Es geht auch weiterhin um die moderne Geschichte des Bürgerstatus und der Bürgergesellschaft.

Strukturen sozialer Klassen gelangen auf dem Weg über die Politik in des Leben normaler Menschen. Diese haben feines Gespür für Unrechte und Vorrechte und handeln aus Interessenlagen ob es Parteien gibt oder nicht.

Soziale Kräfte werden in politischen Auseinandersetzungen sichtbar. Klassenzugehörigkeit ist nie die einzige Grundlage politischer Interessen.
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Quelle: Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch
Exzerpt: transitenator
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Dahrendorf zieht einen ersten Schluss: Die Entwicklung neuer Anrechte erfolgt(e) sprunghaft. Sie war kein Prozess des allmählichen Zuwachses, sondern ging oft in großen Stufen vor sich.

Anrechtsveränderungen sind mit erinnernswerten Ereignissen verbunden. Beispiele: Ausweitung des Wahlrechtes, Wahlalter, Schulpflicht, Wohlfahrtsstaat, Mindestlohn (Tarifvertrag, -abkommen).

Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum erfüllten Bürgerstatus sind klar identifizierbar. Oft bezeichnen sie gefeierte Daten des konstitutionellen, politischen oder sozialen Wandels.

Zweiter Schluss Dahrendorfs: Es handelt sich wirklich um Fortschritt, also um Verbesserungen. Rückschritte seien eher außergewöhnlich wie z.B. Aufhebung der Bürgerrechte durch Naziregime.

Im allgemeinen sind Bürgerrechte "klebrig" (Keynes Reallöhne widersetzen sich dem Druck nach Senkung) D.h. wenn der Bürgerstatus erst einen bestimmten Punkt erreicht hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er nicht wieder zurückfällt (nur bei Bruch der politischen Kontinuität).

Die Geschichte der Anrechte unterscheidet sich von der Geschichte des Angebotes.

Die Wirtschaftsentwicklung als kontinuierliche Kurve unterliegt konjunkturellen Schwankungen. Kein einfacher Parallelismus zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Ausweitung von Anrechten.

Entscheidende Fortschritte der Bürgerrechte wurden erzielt, als die wirtschaftlichen Aussichten unklar waren (z.B. 1918/19, zw. 1944 u. 1950).

Die Angebotspartei argumentiert gerne, dass es ohne Wachstum keine strukturellen Veränderungen geben kann. (Kurioserweise sind sich Marxisten und Ideologen des Kapitalismus im Primat der Wirtschaft über Politik einig).

Aber: die Beziehungen zwischen Wachstum und Wandel sind komplizierter wenn überhaupt systematisch.

Frage: Was hat den Fortschritt der Bürgerrechte bewegt, wenn nicht ein wachsendes Angebot für mehr Menschen? Warum führen Kriege zu Verbesserungen? (z.B. 1918/19, zw. 1944 u. 1950).

Keith Middlemas (Politik in der industriellen Gesellschaft) nennt zwei Gründe, aus denen die Kriegspolitik zu Reformen führt:

1. Kriege verlangen die totale Beteiligung der Bevölkerung und das führt bei der Führung zu der Überzeugung, dass man etwas für die Menschen tun muss, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben (Winston Churchill: die Menschen müssen Bürgerrechte bekommen).
Auch Max Weber: aus Schamgefühl und Anstandspflicht sollte man den heimkehrenden Soldaten nicht die Rechte der zu Hause verbliebenen Kriegsgewinnler verweigern.

2. Das zentrale Thema von Middlemas: Der 'Sozialpakt des Krieges' setzt die Organisation und Koordinierung der Hauptbeteiligten am wirtschaftlichen Entscheidungsprozess voraus. Interesse an starken Gewerkschaften und Bildung von Arbeitgeberverbänden.

Das Bündnis zwischen den drei Hauptakteuren, also Regierung, Gewerkschaften und Unternehmen, brachte dann jenen 'Hang zum Korporatismus' hervor, der sich aber nur aufrecht erhalten lässt, wenn alle Beteiligten ihre Interessen zumindest teilweise durchsetzen können. Das bedeutete in erster Linie die Anerkennung der Interessen der bisher Benachteiligten und ihrer Organisationen.

Was ergibt sich aus einer Gegenüberstellung von Klassentheorie und geschichtlicher Wirklichkeit? Was sind die offenkundigen Beziehungen zwischen Klassenkonflikten und sozialem Wandel?

Führer reagieren auf sozialen Druck (auch Bismarck musste). Zwischem diesen und der aktiven Veränderung der Dinge sind Brücken aus unerwartetem Material.

Soziale Konflikte sind unzweifelhaft wirklich. Interessen werden vertreten, stoßen aufeinander, Versammlungen, Demonstrationen, Argumentationen. Am Ende gibt etwas nach.

Nicht weil alles in Flammen steht oder weil Machtlose mysteriöse Mehrheiten im Parlament gewinnen. Die Mehrheit bleibt 'in den Korridoren der Macht' unsichtbar und dennoch verändert sich die Position derer, die sich gegen den Wandel gewehrt haben.

Sie verändert sich widerwillig, zum Teil aus dem Wunsch, einen lästig gewordenen Druck loszuwerden, zum Teil in der Hoffnung, die Protestenergie auf die Mühlen des eigenen Vorteils umzuleiten (S. 86).

Es gibt also mehrere Ingredenzien des politischen Wandels. Eines ist die Kraft, mehr oder minder organisierter sozialer Bewegungen (können Parteien sein, müssen aber nicht).

Ein anderes ist die veränderungsreife Situation in der es eine Art von verborgenem, latenten Konsens gibt.


Zunächst sieht es so aus, als ob manche gegen den Strom schwimmen; tatsächlich haben sie nur früher als andere erkannt, dass der Strom sich wendet. Wenn es geschehen ist, dann wissen wir auf einmal, dass die 'Verräter' ihr Land geeint und nicht geteilt haben.

Das eherne Gesetz der Oligarchie (Robert Michels): "Jeder der Macht sucht, zahlt dafür einen Preis an Demokratie".

Dilemma und Gefahr für politisch wirkende: Entweder zu weit entfernt vom Sitz der Entscheidungen oder von ihm vereinnahmt.

Sozialisten erlebten beides. Führer sozialer Bewegungen veränderten Weltbilder. Mobilisierte Menschen waren aber an Entscheidungen nicht beteiligt. Wiederum andere hielten hohe Staatsämter aber waren schwerlich Reformer.

Dahrendorf stellt die Frage ob nicht am Ende aufgeklärte Konservative und entschiedene Liberale wirksamere Beweger und Veränderer sind.

20070317

KONFLIKT Index

Bei der Arbeit mit dem folgenden Buch habe ich mir einen Index erstellt der vielleicht auch Ihnen von Nutzen sein könnte. Die Seitenangaben beziehen sich auf folgende Buchausgabe:

Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch

Namensindex:
Arendt,33,34
Aron,38,40,44,88
Arrow,44
Bell,55
Brzezinski,35
Clark,41
Crozier,54
Fourastie,40,41
Geiger,31,44,45,67
Habermas,49,50
Hirsch,6,51
Hirschmann,51
Hitler,67
Hobbes,49,50
Inglehart,56
Kant,10,49,50,84,85,88
Keynes,75,76,86
Koestler,33
Kondratieff,51
Kreisky,46
Lassalle,54
Lipset,25,31,44
Lucacs,31
Marshall,15,16,40
Marx,1,6
Meadows,50
Merton,68
Michels,31,73
Neumann,33,35
Nitzsche,9
Olson,51
Popper,2,11,35,87
Ray,6
Rostow,38,41
Schumpeter,41,44
Shapiro,33
Smith,6,77
Strange,55
Strasser,53
Tocqueville,25
Trotzki,34
Veblen,27
Weber,8,22,23,42,70,88
Wilson,62

Stichwortindex:
1989,42,50,74
Anarchie,35
Angebot,5,71
Angebot u. Anrechte,38,39
Anomie,19,50,68,69
Anrechte,3,4,20
Anrechtsgrenze,62
Antagonism,84
Arbeit,58
Arbeitsgesellschaft,58
Arbeitslosigkeit,57,58,73
Arbeitsmarkt,44,79
Armut,61,63
Assoziationen,81
Atomisierung,34
Ausbeutung,36
Autokratie,35
Autoritär,35
Autoritarismus,35
Beamtenmentalität,52
Berufstätigkeit,58
Bretton Woods,49
Bürger,64
Bürgergesellschaft,17,18,34,65,66,77,81,83,86
Bürgerrechte,12,13,26,39,47,64,65,66
Bürgerrechte, soziale,46,51,60
Bürgerstatus,14,16,17,46,53,66,81
Bürokratie,22,24,36,37,52,53,70
Bürokratisierung,52,53
Chancen,8
Charisma GmbH.,79
Dauerarbeitslosigkeit,60,61
Demokratie,23,47,77
Demokratiefrage,23
Demokratischer Nachschub,77
Demokratisches Minimum,23,27,29
Demokratisierung,45,47,52
Disparitäten,67,72
Dogmatismus,76,77
Druck,sozialer,21
EG,49
Einsatz,67,69
Elite,36
Elitetheorie,22
England,27
Entfremdung,61
Entropie,37
Erwerbsquote,58
Ethik,55
Falsche Götter,64
Fortschritt,technischer,40
Französische Revolution,5
Freiheit,42,75,82
Fundamentalismus,19,65
GATT,49
Gemeinschaft,59
Gesellschaft,11,14,69
Gesellschaftsvertrag,11,70
Gesetze,81
Glasnost,7
Grenzen,50,64
Grundeinkommen,79
Grundwerte,51
Grüne,72
Herrschaft,11,24,36,53
Heterogener Nationalstaat,78,85
Historizismus,2,3,
Homogenität,64,78
Humanisierung,80
Imperialismus,ökonomischer,6
Imperialismus,politischer,6
Individualisierung,53
Industrielle Revolution,5,38
Industrialisierung,28
Informationsgesellschaft,60
Innovation,70,77
Institutionen,63,77,80,81
Interessen,latente,2
Interesse d. Freiheit,60
Isolierung,62
Jugend,68
Kampf,45
Karrieredenken,83
Kartell,45
Kasino Kapitalismus,49,55,57,82
Keynesianismus,54,57
Klassen,1,15,46,53
Klassengegensatz,44
Klassenkampf,44,66
Klassenkonflikt,46
Klassentheorie,22
Konflikt,moderner,sozialer,19,35,44
Konsensus,48
Kontrolle,24,45,58
Konvergenz,41,43,45
Konzentrationseffekt,62,63
Korporatismus,45,46,51
Kultur,55
Kulturpessimismus,65
Lebenschancen,8,10
Lebenswelt,73,81
Liberalismus,weicher,80
Ligaturen,9,10
Macht,49
Markt,6
Marktwirtschaft,77,87
Masse,31
Massengesellschaft,33
Medium d. Freiheit,17
Minimalbedingungen,74,75
Mittelstand,31
Mobilität,25,66
Modernität,9,36
Moralische Offensive,78,85
Multilateralismus,50
Nationalismus,13,19,64
Neue Soziale Frage,67
Nomenklatura,36,74
Normen,80,81
Nullsummenspiele,25,26
OECD,39,46,47,49,58,68,70,72,79
Offene Gesellschaft,35,43,51
Ökologie,73
Ökonom. Theorie,44,54
Oligarchie,31,73
Optionen,9
Organisationen,intern.,85
Perestroika,7
Politische Ordnung,76
Politik,75,79
Postindustrialismus,56
Postindustrielle Ges.,40,55
Postmaterialismus,56
Produktionsverhältnisse,2
Produktivkraft,50
Proletariat,30,31,32
Rationalität,41
Reallöhne,60,61
Rechtsstaat,85
Reformbewegung,47
Regularisierung,61
Revolution,3
Säulen d. Freiheit,10,29,75,79
Schmelztiegel,44
Selbstbestimmung,64
Separatisten,64
Social Choice,44
Sowjetische Erfahrung,32,36,41,42
Soziale Bürgerrechte,46,51,60
Soziale Frage,29,30
Sozialismus,43
Sozialstaat,53
Sozialtechnologie,87
Staat,48,54,70
Stabilität,45,80
Stichwortverzeichnissss Soziologie transitenator
Technischer Fortschritt,40
Technokraten,40
Thatcherismus,71,72
Theorie des Wandels,11
Totalitarismus,33,34,35,38
Übernormierung,80
Ungesellige Gesellschaft,84
Ungleichheiten,39
Unruhe,78
Unterklasse,61,67,62,79
USA,25,26,27,49,61,63,72
Veränderungen,87
Verbürgerlichung,31
Verfassung d. Freiheit,18,29,37,45,76
Vollbeschäftigung,59
Wachstum,38,39,40,41,49,50,51,57
Wandel,sozialer,11,12
Weltbürgerschaft,37
Werte,68
Wirtschaft,41
Wirtschaftswachstum,59,63
Zivilisation,78,85

20070312

SCHWELLENLAND & BÜRGERRECHT sk-09

Dahrendorf konstatiert zwei Schwellen des Wandels: Eine Schwelle ist markiert durch den Übergang von der traditionellen Hierarchie der Stände- oder auch Kastengesellschaft zur offenen Schichtung moderner Gesellschaften.
Quelle bzw. behandelte Literatur: Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch, Exzerpt: transitenator
Konflikte, die den Prozess vorantreiben sind in aller Regel Bewegungen von Minoritäten.

Die zweite Schwelle ist die jener modernen Gesellschaften, in denen Bürgerrechte aufgehört haben ein dominantes Thema der Auseinandersetzung zu sein.

Zwischen diesen beiden Schwellen liegt die Phase, in der Bürgerrechte das Thema und Klassenkämpfe das Instrument des Wandels sind.

Es geht um Anrechtsfragen, also um den Status der Mitgliedschaft in Gesellschaften und die damit verbundenen Chancen. Der Ursprung des Klassenkonflikts findet sich in Herrschaftsstrukturen, die nicht mehr die absolute Qualität der traditionellen Hierarchie haben.

Das Thema des Klassenkonflikts heißt Lebenschancen. Sind diese nicht mehr Anrechtschancen sondern nur noch Angebotschancen nimmt der Konflikt eine neue Form an. Zur Bestimmung dessen Zeitpunktes sind Bürgerrechte der zentrale Begriff (S. 52).

Bürgerrechte stammen aus dem antiken Stadtstaat, der mittelalterlichen Stadt und dann der Burg. Sie führen am Ende zur Weltbürgerschaft. Ihre modernen Ausprägungen haben sie im Nationalstaat gewonnen.

Länder, in denen Bürgerrechte sich erst verspätet durchgesetzt haben, sind auch Länder die erst verspätet Nationen wurden. Warum?

Der moderne Nationalstaat ist im Kern die Form, in der das nicht feudale ( auch anti feudale) Bürgertum seinen Platz finden konnte.

Das Bürgertum brauchte die Nation, um Recht und Verfassung an die Stelle von überlieferten Bindungen und Gottesgnadentum zu setzen.

Insoweit ist der Nationalstaat Quelle des Fortschritts auf dem Weg zu einer allgemein das Recht verwaltenden bürgerlichen Gesellschaft (S.53).

Der Nationalstaat schließt sowohl ein als auch aus. Das Bündnis von Liberalismus und Nationalismus zwischen 1789 bis 1848 bildete eine Kraft der Emanzipation. Der Nationalstaat erlaubte es die Idee der Bürgerrechte zu verallgemeinern. Das war schon ein Thema für Perikles S.53.

Cirka 2500 Jahre später setzt Toqueville Bürgerrechte als Demokratie gleich. Das 'Reich der Demokratie' wäre eines, in dem Rangunterschiede beseitigt, Eigentum weit gestreut und die Macht auf gesplittert wäre.

Demokratie als Gleichheit aller ist etwas anderes als politische Demokratie.

Alle sind gleich vor dem Gesetz, haben gleichen Anspruch auf politische Teilnahme und genießen diese Chancen unbeschadet ihrer sozialen Herkunft und Stellung. (Zu den Zeiten des Aristoteles gehörten Frauen und Sklaven nicht zu den Freien). Weitere Beschränkungen gab es im Geschichtsverlauf. Es dauerte Jahrhunderte bevor der gleiche Grundstatus aller Bürger so allgemein wurde.

ALTER HUT: KLASSENKONFLIKT sk-08

Bevor Dahrendorf von der Theorie zur Analyse schreit macht er zwei Anmerkungen:

Erstens: Es gibt Zeiten, in denen soziale Konflikte und ihre wissenschaftliche Erörterung einen fundamentalen oder konstitutionellen Charakter annehmen.
Quelle bzw. behandelte Literatur: Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch, Exzerpt: transitenator
In solchen Zeiten stehen die Spielregeln von Herrschaft und Gesellschaft selbst zur Diskussion. Hobbes klammerte sich an den kraftvollen Souverän, Locke an den bürgerlichen Staat.

Daraus wurde der demokratische Rechts- und Verfassungsstaat.

Immer ging es darum, aus Chaos Ordnung zu schaffen.
Heute bauen Staaten überall Dschungel von Gesetzen und gängelnden Bürokraten.

Welches Quantum an Ordnung ist unumgänglich notwendig?
Welche Fragen stehen heute im Vordergrund?

Die Suche nach dem Gesellschaftsvertrag wird zur Suche nach jenem Quantum an notwendiger Ordnung.

Der Gesellschaftsvertrag ist nicht ein für allemal gegeben, sondern er unterliegt selbst dem Wandel. Um ein lebendiges Ordnungsinstrument zu bleiben muss er angepasst werden.

Der Gesellschaftsvertrag ist nicht die Grundlage der Gesellschaft, sondern das Thema der Geschichte (S.50).

Er wird nicht ein für allemal verfasst, sondern von jeder Generation muss er neu formuliert werden. Wie schreiben wir die Artikel neu um Freiheit unter veränderten Umständen voranzutreiben?

In der zweiten Anmerkung Dahrendorfs stellt er fest:
Das Neuschreiben des Gesellschaftsvertrages geschieht durch soziale Konflikte. Diese liefern die Texte und die Kräfte der Veränderung.

Dahrendorf zeigt wieder auf einen Widerspruch der Marxistischen Klassentheorie:
Weder Marx noch seine Anhänger identifizieren je die Produktivkräfte, deren Träger und Verkünder das Proletariat sein sollte.

Die Bourgeoisie lässt sich schwerlich als die unterdrückte Klasse der Feudalgesellschaft beschreiben und mit dem Proletariat in der bürgerlichen Gesellschaft vergleichen.

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist zwar eine Geschichte von Konflikten, aber nicht notwendigerweise eine Geschichte von Klassenkonflikten.

20070310

LEBENSCHANCEN & ZIVILISATION sk-06

Geregelter Konflikt ist Freiheit, denn er bedeutet, dass niemand seine Position zum Dogma erheben kann. Die Freiheit von Willkür und Tyrannis ist nicht gering zu schätzen. Viele starben dafür.

Nach Popper hat Geschichte keinen Sinn, wir müssen ihr einen Sinn geben.

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Quelle: Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch
Exzerpt: transitenator
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Max Weber liebte den Begriff der Chance. Chancen sind mehr als Voraussetzungen des Handelns und doch weniger als tatsächliche Handlungsweisen.

Bei den Konflikten der modernen Gesellschaft geht es um menschliche Lebenschancen. Mehr Lebenschancen für mehr Menschen sind die Absicht der Politik der Freiheit.

Der Begriff der Lebenschancen ist zentral für unser Verständnis der Moderne wie auch für jede liberale Theorie.

Lebenschancen sind eine Funktion von Option und Ligaturen.

Optionen sind in sozialen Strukturen gegebene Wahlmöglichkeiten, Alternativen des Handelns (allgemein formuliert), deutlicher: Optionen sind die je spezifische Kombination von Anrechten und Angebot.

Wir brauchen Anrechte und Angebot, wenn wir menschliche Wohlfahrt vorantreiben wollen. Menschen brauchen Zugang zu Märkten, politischen Entscheidungsprozessen und kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten, aber diese Bereiche müssen auch viele und vielfältige Wahlchancen anbieten.

Keine Gesellschaft, die nicht beides besitzt, kann ernstlich zivilisiert genannt werden.

Optionen als Bestandteil der Lebenschancen sind also eine Funktion von Anrechten und Angebot, auch wenn diese komplizierter ist als eine Summe oder ein Produkt.

Lebenschancen sind nur zu einem Teil Optionen, ihr anderer Teil (die Ligaturen) hat es mit den Koordinaten zu tun, innerhalb derer Optionen Sinn ergeben.

Wie findet manfrau den Weg durch die Welt der Optionen?

Ligaturen sind tiefe kulturelle Bindungen, die Menschen in die Lage versetzen, ihren Weg durch die Welt der Optionen zu finden.

Moralische Werte, Zugehörigkeiten zu Familie, Gemeinde, Traditionsgruppe, Kirche, also 'Bindungen' die eine gewisse 'Verbindlichkeit' (Obligation) haben.

Modernität richtete zunächst ein Werk der Zerstörung an (so sind sich Tocqueville und Marx einig). Modernität ist für viele im Kern ein Bruch mit den Ligaturen früherer Zeiten. (Nietzsche: Gott ist tot).

Am Ende der Welt ohne Ligaturen sind dann die falschen Götter nicht weit.

Kant hatte eine andere Tradition des Verständnisses der modernen Welt, eine Tradition ohne Nostalgie und Utopie und auch ohne Zynismus: "Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"

Auch Max Weber lobte später die Rationalität. Wenn traditionale Formen zerbrechen, florieren nicht nur Wissenschaft und Technik, sondern es entsteht 'der Staat' überhaupt im Sinne einer politischen Anstalt.

Der Staat mit rational gesatzter Verfassung, rational gesatztem Recht und einer an rationalen, gesatzten Regeln und Gesetzen orientierten Verwaltung und es wird schließlich der moderne Kapitalismus geboren. Anrechte und Angebot also. Die Moderne eröffnet vorher ungeahnte Lebenschancen.

Gibt es spezifische moderne Ligaturen, tiefe Bindungen die ihre Kraft nicht dadurch verlieren, daß 'alles Stehende verdampft'?

Dahrendorf's Antwort: Die civil society, die Bürgergesellschaft!
(an Stelle der Ligaturen).

Die Welt der Anrechte und des Angebots, der Politik und der Ökonomie kann nicht für sich bestehen; beide müssen verankert sein in der Welt der Gesellschaft.

Die Freiheit ruht auf drei Säulen, dem Verfassungsstaat (der Demokratie), der Marktwirtschaft und der Bürgergesellschaft.

Immer geht es bei der Bürgergesellschaft darum, das Vakuum zwischen staatlicher Organisation und atomisierten einzelnen Menschen mit Strukturen zu füllen, die dem Zusammenleben Sinn geben.

Die Bürgergesellschaft ist also nicht einfach eine Gesellschaft von Individuen, sondern von Bürgern im vollen Sinne des Wortes. Sie ist damit ein Ergebnis der Zivilisation und nicht der Natur.

Demokratie und Rechtsstaat taugen wenig ohne die Bürgergesellschaft. Bürgergesellschaften sind ausnahmslos modern.

Erfüllte Lebenschancen verlangen die Ligaturen der bürgerlichen Gesellschaft. Ohne die Strukturen der Bürgergesellschaft bleibt die Freiheit ein schwankendes Rohr.

Kant wusste, was die Verbindung von Recht und Freiheit verlangt und er nannte es bürgerliche Gesellschaft. (Marx verlegte ihre Ankunft auf den Sankt-Nimmerleins-Tag).

REVOLUTION & SCHWÄCHE sk-03

An Revolutionen kann manfrau unterscheiden und bemerken was sich verändert. Verändern sich Kernstrukturen einer Gesellschaft oder wechseln Führungspositionen mit sichtbar gewaltsamen Aktionen?

Die erstere kann manfrau Sozialrevolution nennen, die zweite politische Revolution. Die Industrielle Revolution war in diesem Sinne sozial, die Französische Revolution politisch.

Quelle: Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch. Exzerpt des Blogautors.

Die industrielle Revolution ereignete sich in England lange nach der politischen Revolution von 1688, während die politische Revolution in Frankreich in keinem Sinne starke wirtschaftliche Kräfte freisetzte (S.20).

Die treibende Kraft hinter beiden Revolutionen war das Bürgertum, die Bourgeoisie. Sowohl die Industrielle als auch die französische Revolution lassen sich als bürgerliche Revolutionen bezeichen (S.21).

Die folgenschweren Wandlungen des 18. Jh. haben laut Dahrendorf ein Doppelgesicht, sie sind zugleich ökonomisch und politisch.

Und dieses Doppelgesicht ist auch das der neuen Sozialfigur des bourgeois-citoyen, des Bürgers (S. 21).

Eine weitere Schwäche der Theorie von Marx:

In den Prognosen von Marx werden die Fehler seiner Theorie am deutlichsten. Nach Marx sind Bourgeoisie und Proletariat die Kombattanten der kapitalistischen Gesellschaft, was manfrau für gewisse Zeiten akzeptieren kann.

Das Problem beginnt mit dem nächsten Schritt seiner Argumentation, wonach Gewerkschaften und sozialistische Parteien Forderungen im Namen neuer Produktivkräfte erheben.

Was sind diese neuen Kräfte? 'Assozierte Produzenten'?, 'Gemeineigentum'?, 'herrschaftsfreie Kommunikation'?

Die verzweifelte Suche nach den neuen Produktivkräften ist verräterisch. Es gibt politische Kräfte und es gibt tektonische Veränderungen der sozialen und wirtschaftlichen Struktur. Dazwischen bestehen Beziehungen welche aber nicht ein für allemal gegeben sind sondern variieren und nur selten zu der von Marx geforderten Kongruenz führen.

Marx läßt zwei verschiedene Dinge (also den sozialpolitischen Teil und den sozialökonomischen Teil) in eines verschwinden. Auf der Strecke bleibt die Realität (S. 22).

-o-o-o-

REVOLUTIONEN & LEBENSCHANCEN sk-02

Revolutionen werden von Menschen gemacht, aber Menschen handeln immer unter Umständen, die sie nur höchst bedingt unter Kontrolle haben (S. 15).

Zuerst geht Dahrendorf auf Karl Marx ein mit einer kurzen Schilderung von dessen Theorie und einer Kritik selbiger als einer irrigen Erklärung von Revolution.

Die Marxsche Theorie habe zwei Teile, einen sozialpolitischen und einen sozioökonomischen. Die Teile bleiben ein Schlüssel zum Verständnis des moderen sozialen Konfliktes, obwohl die Art und Weise, in der Marx sie verknüpft hat, zu allerlei Zweifeln Anlaß gibt.

Diese Elemente einer Theorie des Wandels haben es mit dem Doppelgesicht des Bürgers als bourgeois und als citoyen (Staatsbürger)zu tun. Der Burgeois ist Herold des Wirtschaftswachstums, der Andere der der gleichen Teilnahmechancen.

Das deutsche Wort 'bürgerliche Gesellschaft' vermischt und verwirrt. Es war ursprünglich die Übersetzung der societas civilis bzw. civil society.

Eine Betrachtung der Marx'schen Theorie (durch Marx'sche Augen) zeigt: In den geschichtlichen Epochen stehen zwei Klassen einander gegenüber.Die herrschende Klasse gegenüber der unterdrückten Klasse.

Diverse Phasen der Formierung müssen durchlaufen werden, bevor die unterdrückte Klasse den Kampf aufnimmt. Ein Prozess der Organisation muss geschehen und latente Interessen müssen
manifest werden.

Die 'Klasse an sich' wird zur 'Klasse für sich'. Der Konflikt nimmt zu. Ein Endkampf und eine revolutionäre Umwälzung bringen die Epoche zum Abschluß. Die alte unterdrückte Klasse etabliert sich als neue herrschende Klasse.

Herrschende Klassen repräsentieren die für eine Epoche charakteristischen Produktionsverhältnisse. Sie haben ein Interesse Sachen zu belassen wie sie sind also eben Sachen wie die Methoden der Schaffung von Wohlstand, die Gesetze die diesen Methoden Stabilität verleihen und die Machtverhältnisse, die hinter den Gesetzen stehen.

Unterdrückte Klassen andererseits ziehen ihre Stärke aus neuen 'Produktivkräften'. Zu diesen gehören alles was Zukunft hat, neue Technologien, neue Organisationsformen, neue Spielregeln, neue Spielleiter. Es kommt die Zeit da das Potential der Produktivkräfte der Realität über den Kopf wächst.

Reale Eigentums- und Produktionsverhältnisse halten vielmehr das Potential zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse nieder. In dem Maße, in dem die Vereinbarkeit von Potential und Realität abnimmt, wächst die Intensität des Klassenkonflikts.

Revolutionen versprechen neue Weisen der gesellschaftlichen Organisation. Sie öffnen das Tor für Chancen, die ein altes Regime unterdrückt hat.

Dahrendorf bewundert das als eine schöne Theorie aber leider, leider ... widersetzen sich die Ereignisse, die die Theorie erklären soll, ihrem Anspruch, und die von ihr prognostizierten Entwicklungen sind nirgends eingetreten.

Welcher Faden löst das Gewebe auf?

Marx: der Moment der größten Not der Armen, ist zugleich der Moment der höchsten Notwendigkeit (der Veränderung).

Aber:

In Wirklichkeit ist das nicht der Fall.

Die am stärksten Not Leidenden werden eher letharigisch als aktiv.

Hoffnungslose Unterdrückung schafft das große Schweigen der Tyrannis.

Explosionen brauchen einen Funken der Hoffnung oder einen Funken der Erregung oder ein Zeichen der Schwäche der Mächtigen, ein Signal.

Die Schwäche dieser Theorie liegt also darin, daß sie nicht aus der Annahme von Epochen und Systemen auszubrechen vermag.

Kapitalismus bleibt bei Marx immer Kapitalismus, trotz der Veränderungen der Produktionsverhältnisse. Die Theorie wird zur Binsenwahrheit zu einer bloßen Definition.

'Wirkliche' Veränderung muß nach Marx revolutionäre Veränderung sein und bis dahin behalten die alten Begriffe ihre Wirkung.

Dies hat Karl Popper Historizismus genannt. Analytische Begriffe werden hypostasiert. Sie werden nicht benutzt, um Aspekte und Elemente wirklicher Gesellschaften mit dem Scheinwerfer der Theorie zu erhellen; sie werden vielmehr mit der Wirklichkeit selbst verwechselt (S. 18).

Das Elend des Historizismus liegt darin, daß er seine Anhänger blind macht für die Phantasie der wirklichen Welt.

Marxisten haben sich selbst quälende Kopfschmerzen verursacht bei dem Versuch, mit dem Verschwinden des revolutionären Proletariats fertigzuwerden. Die Theorie von Marx ist nach Dahrendorf zu schön um brauchbar zu sein; sie ist ein Denkmodell, das mit den Erfahrungen der Geschichte wenig zu tun hat.

Ursprünge der Theorie von Marx liegen in Hegels Dialektik und seinem dogmatischen Denken auch wenn er "vom Kopf auf die Füße" gestellt wurde. Also eine gewisse Zwangsjacke.

Die Hinwendung von Marx von der Philosophie hin zur politischen Ökonomie geschah auch durch indirekte Erfahrungen (Nachwehen der französischen Revolution, Entdeckung der industriellen Revolution als dramatische Umwälzung).

-o-o-o-

20070309

SOZIALER KONFLIKT - DAHRENDORF sk-01

Der gelernte Sozialwissenschafter hat die Absicht Erklärungen zu finden die sich für einen Entwurf des Wünschenswerten eignen. Wissen soll dokumentiert und unter die Leute gebracht werden (S.7, 8). Öffentliche Wissenschaft wäre auch eine Beschreibung dieses Essays (S.9).

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Quelle: Der moderne soziale Konflikt von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992 (1), München 1994, dtv Taschenbuch. Exzerpt des Blogautors.
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Die Grundthese des Buches: Der moderne soziale Konflikt ist ein Antagonismus von Anrechten und Angebot, Politik und Ökonomie, Bürgerrechten und Wirtschaftswachstum (S. 8).

Die soziale Basis politischer Auseinandersetzungen ist unklar geworden.

Nach Dahrendorf ist dieser Essay die Summe seiner Sozialwissenschaft.

Die Königin der Sozialwissenschaften ist nach Dahrendorf die Sozialanalyse, in welche strenge Theorie, normative Absicht und historische Durchdringung verwoben werden (S. 10).

Wie können wir das Böse zum Guten wenden? (Anm: Robert Merton als Mentor und auch Nestor der internationalen Soziologie setzte Massstäbe. Siehe sein Buch: On the shoulders of giants).

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