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20070616

Der Königsmechanismus zt-58

Immer stärker ambivalent wird mit der fortschreitenden Funktionsteilung auch die Beziehung zwischen verschiedenen sozialen Schichten innerhalb eines Herrschaftsverbandes. Hier kämpfen Gruppen, deren soziale Existenz funktionsteilig aufeinander abgestimmt ist, um bestimmte Chancen miteinander. Auch sie sind Gegner und Aktionspartner zugleich (S. 233). Es kommt auch zu gewaltsamen Entladungen, Revolutionen.

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Literatur und Quellenhinweis:
Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation
Band 2 Erstmals veröffentlicht 1936
Francke Verlag: 1969 2. Auflage
Suhrkamp: 1976 1. Auflage
19. Auflage 1995
Ausgewählte Quoten und Gestaltung: Transitenator

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Nun folgt der Schlüssel zum Verständnis der Veränderungen in der gesellschaftlichen Stärke der Zentralfunktionäre, die Konstellation, die Form der Beziehung:

Wenn die Kooperation der mächtigsten Funktionsklassen keine besondere Schwierigkeit macht, wenn ihre Interessengegensätze nicht groß genug sind, dann ist der Entscheidungsspielraum der Zentrale mehr oder weniger beschränkt.

Er neigt größer zu werden, wenn im Trend der Prozesse die Spannung zwischen bestimmten Hauptgruppen der Gesellschaft wächst, wenn aber zugleich auch der strukturelle Interessengegensatz zwischen mächtigen Funktionsgruppen so groß ist, dass ein regelmäßiger, freiwilliger Kompromiss kaum noch zustande kommt (S. 234).(Scharmützel ohne Sieg und Niederlage). (Anm.: Also absoluter Herrscher idealerweise als Zünglein an der Waage, zum Beispiel zwischen Bürgertum und Adel).

Am ausgeprägtesten ist das der Fall in Phasen, in denen verschiedene Gruppen annähernd gleich stark geworden sind und einander an gesellschaftlicher Stärke ungefähr die Waage halten.

Wer in dieser Konstellation, in einer solchen, durch entscheidungslose Kämpfe ermüdeten und unruhigen Gesellschaft die Verfügung über die obersten Regulations- und Kontrollorgane erlangen kann, hat die Chance, den Kompromiss zur Erhaltung der bestehenden Gewichtsverteilung zwischen den gespaltenen Interessen zu erzwingen.

Die verschiedenen Interessengruppen können weder auseinander noch zueinander; das macht sie zur Erhaltung ihrer aktuellen sozialen Existenz auf die oberste Koordinationszentrale in ganz anderem Maße angewiesen. Es macht sie abhängig.

Geht es dem Gros der verschiedenen Funktionsklassen nicht so schlecht und sind die Gewichte gleichmäßig verteilt und sie bedrohen sich gegenseitig, jede Seite fürchtet den mindesten Vorteil der anderen, dann binden sie gegenseitig ihre Kräfte.
Das gibt der Zentralgewalt eine größere Chance als jede andere Konstellation im Innern einer Gesellschaft; es gibt ihren Inhabern einen optimalen Entscheidungsspielraum (S. 235).

(Frage:) Wenn manfrau sich also frägt, wie gerade in einer reicher differenzierten Gesellschaft trotz der großen und gleichmäßigeren Interdependenz aller Funktionen voneinander eine starke Zentralgewalt möglich ist, hier die Antwort. Sie findet sich in einer bestimmten Konstellation:
Nochmals: Die Stunde der Zentralgewalt innerhalb einer reich differenzierten Gesellschaft rückt heran, wenn die Interessenambivalenz der wichtigsten Funktionsgruppen so groß wird UND die Gewichte sich zwischen ihnen so gleichmäßig verteilen, dass es weder zu einem entschiedenen Kompromiss, noch zu einem entschiedenen Kampf und Sieg zwischen ihnen kommt (S. 236).

Diese Verflechtungsapparatur wird hier als 'Königsmechanismus' bezeichnet.
Immer balanciert der Mann oder die Männer im Zentrum auf einer Spannung von großen und kleinen Gruppen, die sich als interdependente Gegner, als Gegner und Aktionspartner, wechselseitig in Schach halten.
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20070526

Feudalismus Feudalsystem zt-46

Die Expansionsbewegung kam im 11. Jahrhundert allmählich zum Stehen. Die Kriegerbevölkerung wuchs weiter. Das so genannte Feudalsystem das im 12. Jahrhundert deutlicher hervortritt, ist nichts anderes als die Abschlussform dieser Expansionsbewegung im agrarischen Sektor der Gesellschaft; im städtischen hält diese Bewegung noch etwas an und findet ihre Abschlussform im geschlossenen Zunftsystem.

Die Besitzverhältnisse versteifen sich. Der Aufstieg wird immer schwerer. Auch die Standesunterschiede versteifen sich. Die Hierarchie in der Adelsschicht, die den verschiedenen Größenordnungen des Landbesitzes korrespondiert, tritt immer deutlicher hervor.

Die verschiedenen Titel verbinden sich mit dem Namen eines bestimmten Hauses als Ausdruck für die Größe seines Bodenbesitzes und damit auch seiner militärischen Macht.

Herzöge, Grafen (Comtes), Schiffseigners (Sires). Jeder hält was er kann. Er lässt sich von oben nichts mehr entreißen. Und es kann von unten niemand mehr hinein. Das Land ist verteilt. Aus einer Gesellschaft mit relativ offenen Chancen, wird im Laufe einiger Generationen eine Gesellschaft mit mehr oder weniger geschlossenen Positionen (S. 77).

Manfrau erkennt solche Perioden schon von weitem an einer gewisseren Verdüsterung der Seelen, mindestens bei den zu kurz Gekommenen, an einer Verhärtung und Erstarrung der gesellschaftlichen Formen, an den Sprengungsversuchen von unten und, wie gesagt, an dem stärkeren Zusammenschluss der Gleichgelagerten in hierarchischer Ordnung.

Die einzelnen Krieger sind nun im weiten Gebiet isolierter als zuvor. Neue Beziehungsformen werden hergestellt. Der Einzelne hat keine andere Möglichkeit sich gegen sozial Stärkere zu schützen, als die sich in den Schutz eines Mächtigeren zu stellen!

Individuelle Angewiesenheiten stellen sich her. Man geht Bündnisse ein. Der im Heer höher Rangierende ist 'Lehnsherr', der sozial Schwächere der 'Vasall'.

Individuelle Bündnisse sind zunächst die einzige Form in der die Menschen vor den Menschen Schutz finden können.

Das Feudalsystem steht in einem eigentümlichen Kontrast zur Stammesverfassung. Mit deren Lösung entstehen neue Integrationsformen und ein mächtiger Schub von Individualisierung.

Es ist eine Individualisierung relativ zum Stammesverband und zum Teil auch relativ zum Familienverband. Der Lehnsschwur ist nichts anderes als die Besiegelung des Schutzbündnisses zwischen einzelnen Kriegern, als die sakrale Verfestigung der individuellen Beziehung zwischen einem Boden vergebenden und schützenden Krieger und einem Dienste vergebenden Krieger.

Der König am einen, der Leibeigene am anderen Ende. Alle Stufen dazwischen haben ein Doppelgesicht. Sie haben nach unten Land und Schutz und nach oben Dienste zu vergeben. Aber dieses Geflecht von Angewiesenheiten des jeweils Höheren auf (kriegerische) Dienste barg Spannungen in sich.

In einer bestimmten Phase ist immer und überall im Abendland die Angewiesenheit der jeweils Höheren auf Dienste größer als die Angewiesenheit der jeweiligen Vasallen, wenn sie einmal über ein Stück Land verfügen, auf Schutz. Das gibt den zentrifugalen Kräften in dieser Gesellschaft, in der jedes Stück Land seinen Herren ernährt, ihre Stärke.

Warum macht der König nicht seine 'Rechtsansprüche' geltend?

Es handelt sich hier nicht um das, was man in einer differenzierten Gesellschaft 'Rechtsfragen' nennt. Die Rechtsformen entsprechen in jeder Zeit dem Aufbau der Gesellschaft.

Das Recht ist nicht vom Himmel gefallen. Es ist wie in jeder Gesellschaft, Funktion des Gesellschaftsaufbaus, Ausdruck der gesellschaftlichen Stärkeverhältnisse, Symbol für den Angewiesenheits- und Abhängigkeitsgrad der verschiedenen sozialen Gruppen oder für die gesellschaftlichen Stärkeverhältnisse (S. 82).

In der feudalen Gesellschaft gab es keine stabile Machtapparatur über das ganze Gebiet hin. Die Besitzverhältnisse regulierten sich unmittelbar nach dem Maß der wechselseitigen Angewiesenheit und der tatsächlichen gesellschaftlichen Stärke. Es ist geradezu die Voraussetzung für das Verständnis der feudalen Gesellschaft, dass man die eigenen 'Rechtsformen' nicht als das Recht schlechthin betrachtet.

Jeder Ritter hatte ein Schwert, jeder Ritter hatte ein Recht.

Zur gesellschaftlichen Stärke: Die gesellschaftliche Stärke eines Mannes ist, der Chance nach, in der feudalen Kriegergesellschaft genau so groß, wie der Umfang und die Ergiebigkeit des Bodens, über den er faktisch verfügt.

Wer nicht kämpfen kann, hat kaum eine Chance. Aber wer einmal in dieser Gesellschaft über ein größeres Stück Land verfügt, besitzt als Monopolist des in dieser Gesellschaft wichtigsten Produktionsmittels eine gesellschaftliche Stärke, nämlich Chancen über seine persönliche individuelle Kraft hinaus.

Dass seine gesellschaftliche Stärke so groß ist, wie der Umfang und die Ergiebigkeit der Böden, über die er tatsächlich verfügt heißt zugleich: sie ist so groß, wie sein Gefolge, sein Heer, seine kriegerische Stärke.

Damit ist auch klar, dass er auf Gefolgsleute angewiesen ist. Und das ist ein Element in deren gesellschaftlicher Stärke. Das politische Spiel selbst würde manches von seinem Hasard-Charakter und seinen Mysterien verlieren, wenn das Geflecht der gesellschaftlichen Stärkeverhältnisse aller Länder in Analysen einigermaßen offen läge (S. 84).

Auch in den Beziehungen zwischen den Staaten, entscheidet ganz unverhüllt die gesellschaftliche Stärke.

Es fehlt in dieser Zeit eine um greifende Machtapparatur, die einem solchen zwischenstaatlichen Recht Rückhalt geben könnte.

Bei einem Völkerrecht ohne Machtapparatur bedeutet das bloß eine Regulierung nach gesellschaftlichen Stärkeverhältnissen und dass ein Machtzuwachs eines Landes, bei wachsender Verflechtung, eine Schwächung der gesellschaftlichen Stärke anderer Länder bedeutet (S. 85).

Es ist mehr als eine zufällige Analogie, die zwischen dem Verhältnis der einzelnen Burgherren in der feudalen Gesellschaft und dem von Staaten in der industriellen besteht!

Die Beziehungen der einzelnen Burgherren untereinander ähneln denen der heutigen Staaten. Um so unmittelbarer entscheidet für das Verhältnis zwischen den Einzelnen ihr Kriegspotential, Größe des Gefolges, des Bodens. Kein Treueschwur, kein Vertrag hält Veränderungen der gesellschaftlichen Stärke stand. Die Vasallentreue regulierte sich letzten Endes immer ganz genau nach dem tatsächlichen Maß von Angewiesenheit zwischen dem Spiel von Angebot und Nachfrage.

Boden ist in der feudalen Gesellschaft immer 'Eigentum' dessen, der tatsächlich darüber verfügt, der die Besitzrechte wirklich ausübt und stark genug ist es zu verteidigen.

Der, der Böden verlehnen muss um Dienste zu bekommen befindet sich daher im Nachteil. Der 'Lehnsherr' hat das 'Recht' auf den verlehnten Boden, aber der Belehnte verfügt tatsächlich darüber. Der Lehnsherr kann manche vom Boden verjagen aber er kann es nicht mit allen machen, da er Dienste der Krieger braucht um andere Krieger zu verjagen. Den Kriegern die ihm halfen, muss er wieder Boden geben usw.

So zerfällt das westfränkische Reich in eine Fülle kleinerer Herrschaftsgebiete. Feudalisierung ist nichts anderes als die Desintegrierung des Besitzes, der Übergang des Bodens aus der Verfügungsgewalt der Könige in die abgestufte Verfügungsgewalt der Kriegergesellschaft im ganzen (S. 88).


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Literatur und Quellenhinweis:
Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation
Band 2 Erstmals veröffentlicht 1936
Francke Verlag: 1969 2. Auflage
Suhrkamp: 1976 1. Auflage
19. Auflage 1995
Exzerpt und Gestaltung: Transitenator
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20070304

PROZESS besser als ZUSTAND zt-02

Elias untersucht das Problem des Zusammenhangs von individuellen psychischen Strukturen (Persönlichkeitsstrukturen) und von Sozialstrukturen.
Diese beiden Strukturtypen sind nicht unwandelbare Strukturen sondern vielmehr sich wandelnde, interdependente Aspekte der gleichen langfristigen Entwicklung.

Elias: "Von einer reifen Disziplin hätte man erwarten können ...." Elias kritisiert Parsons. Nach Elias ist es für Parsons theoretische Einstellung charakteristisch, zu versuchen verschiedene Gesellschaftstypen analytisch in ihre elementaren Bestandteile zu zerlegen (elementary components, pattern variables) z.B. die Dichotomie Affektivität-affektive Neutralität. Gesellschaft bei Parsons (nach Elias) kann manfrau sehen als ein Blatt Karten in einem Kartenspiel.

Jeder Gesellschaftstyp als verschiedene Mischung der Karten. Parsons gewann diese Idee durch Tönnies Zerlegung Gemeinschaft-Gesellschaft. Parsons: Gemeinschaft: Affektivität, Gesellschaft: affektive Neutralität. Einzelne Karten hätten eine allgemeine Bedeutung bei der Bestimmung der Unterschiede einzelner Gesellschaftstypen.

Der entscheidende Unterschied des wissenschaftlichen Vorgehens und in der Vorstellung von den Aufgaben einer soziologischen Theorie zwischen Parsons und Elias:
Das was sich bei Elias als Prozess erweist wurde von Parsons durch statische Begriffsbildungen auf Zustände reduziert.

An die Stelle eines relativ komplizierten Prozesses, in dessen Verlauf der Affekthaushalt von Menschen sich allmählich in der Richtung auf eine stärkere Affektkontrolle (aber nicht totaler Affektneutralität) veränderte trat bei Parsons eine einfache Gegenüberstellung von zwei Zustandskategorien (Affektivität-Affektneutralität).

Was bei Elias empirisch als Prozess aufgezeigt und theoretisch als Prozess verarbeitet wurde, wurde durch begriffliche Reduzierung auf Zustände beschränkt. So beraubte sich Parsons der Möglichkeit, wie gesellschaftliche Eigentümlichkeiten eigentlich zu erklären sind (S. XVI).

"Die Zerlegung gesellschaftlicher Phänomene, die sich tatsächlich nur als werdend und geworden beobachten lassen, mit Hilfe von Begriffspaaren, die die Analyse auf zwei entgegengesetzte Zustände beschränken, bedeutet eine für die empirische wie für die theoretische Arbeit unnötige Verarmung der soziologischen Wahrnehmung" (S. XVI).

Die von Parsons ausgewählten Grundkategorien erscheinen in hohem Maße willkürlich. Hinter ihnen steht die unausgesprochene Vorstellung, dass es die Aufgabe jeder wissenschaftlichen Theorie sei, alles Wandelbare begrifflich auf etwas Unwandelbares zu reduzieren und alle komplexen Erscheinungen durch Zerlegung in ihre einzelnen Komponenten zu vereinfachen.

Diese systematische Reduktion auf scheinbar nicht zusammengesetzte Komponenten kompliziert die Theoriebildung, weil sie Hilfskonstruktionen erforderlich machen um sie mit den empirisch feststellbaren Fakten in Einklang zu bringen.

Bei Parsons die Vorstellung, dass Individuum und Gesellschaft 'Ego' und 'System' zwei getrennt voneinander existierende Gegebenheiten sind, von denen der einzelne Mensch als die eigentliche Realität zu betrachten ist und letztere als ein Epiphänomen.

Die Vorstellung zweier Ebenen des menschlichen Universums. Ego und System sind so zugeschnitten, als ob ein unveränderlicher Zustand als Normalzustand beider betrachtet werden könne. Durch solche Vorstellungen wird nach Elias der Blick für das verstellt, was sich an den Menschen betrachten lässt.

Elias betont, dass sich Begriffe wie 'Individuum', 'Gesellschaft' nicht auf zwei getrennt existierende Objekte, sondern auf verschiedene aber untrennbare Aspekte der gleichen Menschen beziehen, und dass beide Aspekte, dass Menschen überhaupt normalerweise in einem strukturierten Wandel begriffen sind.

Es bestehe nicht die geringste Notwendigkeit von ihrem Prozesscharakter zu abstrahieren. Vielmehr sei es unerlässlich diesen Prozesscharakter in soziologische und andere Theorien, die sich auf Menschen beziehen mit einzuschließen.

Das Problem der Beziehung von Individualstrukturen und Gesellschaftsstrukturen lässt sich erst dadurch erhellen, dass man beide als sich wandelnd, als werdend und geworden untersucht.

Parsons hantiert, als ob man es mit zwei getrennt existierenden ruhenden Körpern zu tun hätte, die erst nachträglich miteinander in Berührung kommen. Bei Parsons eher (wie Durkheim) die Vorstellung einer gegenseitigen Durchdringung, einer Interpentration von Individuum und sozialem System. Zwei verschiedene Wesenheiten die zunächst getrennt existieren und sich erst nachträglich interpenetrieren?

Elias: Das Werden von Persönlichkeits- und Gesellschaftsstrukturen vollzieht sich im unlösbaren Zusammenhang beider miteinander.

Der Tendenz zur Zustandsreduktion begegnet man sogar, wenn sie sich ausdrücklich mit dem Problem des sozialen Wandels beschäftigen. Parsons geht von der Hypothese aus, dass sich eine Gesellschaft normalerweise in einem Gleichgewichtszustand befindet. Wandel geschieht nach Parsons durch Bruch der Konformität.

Der gesellschaftliche Wandel erscheint als eine von außen herangetragene Störungserscheinung eines ausbalancierten Systems welches einem neuen Ruhezustand zustrebt. Der Begriff des sozialen Wandels bezieht sich hier auf einen durch Störungen herbeigerufenen Übergangszustand zwischen zwei Normalzuständen der Wandellosigkeit.

Elias hat hingegen die Vorstellung, dass Wandlungen zu den normalen Eigentümlichkeiten einer Gesellschaft gehören. Parsons sieht Gesellschaft hingegen als ein soziales System im Ruhezustand.

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