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20070721

Wissenstransfer ohne Viagra Werbung.

Äußerst persönliche Anmerkungen
zum Überblick der Zivilisationstheorie von N. Elias.


Die Lektüre dieser Blogeinträge kann und will das papierene Buch nicht ersetzen. Die beiden Bände zu Kultur und Zivilisation von Elias sind empfehlens- und anschaffenswert und sollten in keiner Bibliothek fehlen.

Die Einträge in diesem Blog sollen lediglich dazu dienen einen schnellen Überblick zu bestimmten Stichworten zu finden und sollen auch jedem Interessierten leichten Zugang und einen schnellen Einstieg in diese Thematiken verschaffen.

Die Staaten Europas versuchen in diesem beginnenden 21. Jahrhundert zusammen zu kommen, sich näher zu kommen, sich zu vereinen.

Dieses 'Sich-näher-kommen' hat auch viele Implikationen für (viel Einfluss auf) den einzelnen Bürger. Elias hat durch dieses sein Werk viele Prozesse aufgezeigt die auch noch heute weiter gehen und in Zukunft weiter gehen werden.
Insofern ist 'Globalisierung' bzw. 'Globalisation' ein alter Hut. Was sich durch diese Begriffe in unserem Bewußtsein bildet hat Elias schon vor rund 70 Jahren verstanden.

Ich freue mich, dass Sie sich für diesen Stoff interessieren! Danke für Ihr Interesse! Ich mache sicherlich viele Fehler und bin in keinster Weise irgendwie 'besonders gescheit' (gescheit = terminus vox populi = falscher lateinischer Fall :-) und bin dankbar für Kritik und Hinweise. Ich bin schon fast perfekt in der Kenntnis meiner Unkenntnisse :-) und Rüffel stecke ich gerne weg. Bitte korrigieren sie mich! Masochist bin ich aber keiner, weil ich mehr austeile als einstecke.

Mein Hauptinteresse hier besteht in der Thematisierung und Popularisierung bestimmter Problematiken. Auch meine ich, dass die Sozialwissenschaften schon einen guten Fundus haben, einen mehr oder weniger ziemlich gut gesicherten Erfahrungs- und Wissensschatz, auf den die interessierten BürgerInnen auch einen (emanzipatorischen) Anspruch haben, ohne sich durch Bibliotheken und pdf-files durchquälen zu müssen.

Ich halte dafür, dass der Wissenstransfer von WissenSchaffenden zu WissenBrauchenden in den USA oder anderswo derzeit (2007) besser funktioniert als in Europa.

Unternehmer, Lehrer und Bürger brauchen zeitgemäßes Wissen schnell. Manche Wissenschaft scheint sich eher zu ritualisieren und religiöse oder esoterische Züge an zu nehmen. In den Fußtapfen der Religion inklusive Geheimbundcharakter? Das war aber jetzt keine Anspielung auf die Sozialwissenschaften.

Starke Transparenz mag notwendig oder günstig und förderlich sein. Derzeit gibt es überall im Internet Möglichkeiten Blogs schnell und gratis zu bauen und damit erarbeitetes Wissen prompt und übersichtlich zu teilen.

Soll ich hier wirklich erklären und darstellen wie manfrau ein Blog baut, und wo und wie usw.?
Nun vielleicht kommt tatsächlich eine Artikel Reihe zum Blog bauen, alles zum Thema Blogging bei Blogger bzw. Blogspot oder wordpress oder readster oder findster oder oder oder...

Ist es denn notwendig Wissen in ritualisierten und formalisierten pdf- und anderen Files auf hochkomplexen Webseiten zu verstecken? Ja, für gewisse Interessensträger schon.
Suchet so werdet ihr finden? Finden ist das Ziel und nicht die Suche! Und gefunden worden zu sein ist natürlich bestens.

Sie können gerne unten am Ende dieses Eintrages ein Kommentar hinterlassen, mir eine Email senden oder aber auch dieses Blog per Email oder RSS abonnieren. (Sie werden von mir keine Viagra Werbung erhalten :-). ((Noch nicht!) :-) = keine Drohung nur Scherz.

Wir sehen uns dann so zu sagen in Ihrem oder meinem Postfach wieder, irgendwo im Cyberspace, in oder außerhalb der Matrix.

Guten Tag noch! Würde mich freuen von Ihnen zu hören!
(Ja, wissen schon, das sagt er nur so, war aber tatsächlich freundlich gemeint!).

-o-o-o-

20070714

Konkurrenzschraube Machtmonopole Globalisierung tz-12

Heute so wenig wie ehemals bilden 'wirtschaftliche' Zwecke und Zwänge für sich allein oder allein politische Motive und Motoren den Urantrieb dieser Veränderungen.

Keineswegs ist etwa in dieser Staatenkonkurrenz der Erwerb von 'mehr' Geld oder mehr wirtschaftlicher Macht das eigentliche Endziel.

Sondern vielmehr: ungeordnete oder geordnete Monopole der physischen Gewaltausübung und der wirtschaftlichen Konsumtions- und Produktionsmittel sind unaufhebbar miteinander verbunden, ohne dass eines je die eigentliche Basis, und das andere lediglich einen 'Überbau' darstellt.

Beide zusammen produzieren in dem gesellschaftlichen Gewebe spezifische Spannungen die zu Veränderungen dieses Gewebes hin drängen.
Beide zusammen bilden das Schloß der Ketten, durch die sich die Menschen gegenseitig binden.

Und in beiden Verflechtungssphären, in der politischen, wie in der wirtschaftlichen, sind, in steter Interdependenz, die gleichen Verflechungszwänge am Werke.

Wie die Tendenz des großen Kaufmanns zur Vergrößerung seines Unternehmens, so treiben sich auch rivalisierende Staaten unter dem Spannungsdruck des ganzen Gewebes, das sie bilden, im Wirbel der Konkurrenzschraube gegenseitig weiter und weiter voran.

Viele einzelne Menschen mögen wünschen Einhalt (Angst vor 'Globalisierung') zu gebieten, aber im Laufe der bisherigen Geschichte haben sich Verflechtungszwänge dieser Art auf die Dauer noch immer als stärker erwiesen als die Macht dieser Wünsche.

Und so drängen auch heute wieder die zwischenstaatlichen Beziehungen zur Bildung solcher Gewaltmonopole und damit zur Bildung von Herrschaftseinheiten einer neuen Größenordnung (S. 437).

-o-o-o-

20070531

Zivilisation Globalisierung Globalisation zt-48

Ausblick: Wie sieht die Bewegungsrichtung der Zivilisation aus? (S. 118-119, siehe unten). ("Globalisierung bzw. Globalisation heute").

Erst steht Burg gegen Burg, dann Territorium gegen Territorium, dann Staat gegen Staat.
Nun (1939 ! ) erscheinen am Horizont Anzeichen und Kämpfe um eine Integration von Gebieten und Menschenmassen in einer noch höheren Größenordnung.

Wachsende Verflechtung und Zusammenwachsen zu einer 'Erdgesellschaft'?
Das Wachstum der Integrations- und Herrschaftseinheiten zu immer weiteren Größeneinheiten ist immer zugleich ein Ausdruck für strukturelle Veränderungen im Aufbau der Gesellschaft und der menschlichen Beziehungen selbst.

Jedesmal, wenn sich das Schwergewicht innerhalb einer Gesellschaft den Integrationseinheiten einer neuen Größenordnung zuneigt (z.B. zugunsten der größeren Feudalherren zuungunsten der kleineren, als 'Schub'), hängt die Wandlung damit zusammen, dass die gesellschaftlichen Funktionen sich anders und stärker differenziert haben, dass die Aktionsketten der Gesellschaftsorganisation, der militärischen, wie der wirtschaftlichen Organisation, mehr Glieder bekommen haben und länger geworden sind.

Das Geflecht der Angewiesenheiten und Abhängigkeiten, die sich im Einzelnen kreuzen werden größer und seiner Struktur nach anders.
In Korrespondenz damit verändert sich auch die Modellierung des Verhaltens und des ganzen emotionalen Lebens, die Gestalt des Seelenhaushalts.

"Der Prozess der Zivilisation ist, von der Seite des Verhaltens und des Trieblebens her gesehen, dasselbe, wie, von der Seite der menschlichen Beziehungen her gesehen, der Prozess der fortschreitenden Verflechtung, die zunehmende Differenzierung der gesellschaftlichen Funktionen und, ihr entsprechend, die Bildung immer umfassenderer Interdependenzen, immer größerer Integrationseinheiten, von deren Ergehen und Bewegungen der Einzelne abhängig ist, ob er es weiß oder nicht" (S. 119).

-o-o-o-
Literatur und Quellenhinweis:
Norbert Elias: Über den Prozess der Zivilisation
Band 2 Erstmals veröffentlicht 1936
Francke Verlag: 1969 2. Auflage
Suhrkamp: 1976 1. Auflage
19. Auflage 1995
Ausgewählte Quoten und Gestaltung: Transitenator
-o-o-o-

20070426

Globalisation, Globalisierung, Wettbewerb, Androsch

Der österreichische Industrielle und ehemalige Finanzminister Dr. Hannes Androsch hat einen mit 100.000.- € dotierten Preis für Antworten auf die Globalisierungsfrage ausgeschrieben. Die konkrete Frage ist "wie in Zeiten der Globalisierung die nationalen Arbeitsbedingungen und Sozialversicherungssysteme erhalten und verbessert werden können".

Einreichschluss ist der 31. Dezember 2007.

Gute Ideen sind hier also gefragt. In den nächsten Tagen wird der Wettbewerb international ausgeschrieben. Spannend mag sein ob bei den kommenden Antworten auch solche dabei sein werden, welche nicht nur rein ökonomische Aspekte behandeln, sondern darüber hinaus imstande sind auch jene Zivilisationsprozesse zu berücksichtigen, die ja nicht nur erst seit gestern das Abendland bzw. eben gerade jetzt die ganze Welt formen. Dr. Hannes Androsch hat einmal gesagt, dass gute Wirtschaftspolitik zu ca. 50 Prozent aus Psychologie bestehen würde. Tatsächlicherweise ist Psychologie auch ein wichtiger Faktor bei der Beobachtung von Wirtschaftsprozessen.

2004 hat Hannes Androsch eine nach ihm benannte Stiftung bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingerichtet, die zunächst mit einer Mio. Euro dotiert ist. Bis zum Jahr 2012 soll das Stiftungsvermögen auf zehn Mio. Euro angehoben werden. Aus den Anlageerlösen sollen wissenschaftliche Arbeiten zu den Themenschwerpunkten "Arbeit und Festigung des sozialen Ausgleichs und Friedens" gefördert werden.

Die Stiftung ist nach Angaben der ÖAW die bedeutendste von privater Hand getragene gemeinnützige Stiftung in Österreich seit 1945. Ihre Einrichtung entspricht, so Androsch, seinem "Selbstverständnis als Citoyen, als sich der Gesellschaft gegenüber verpflichtet fühlender Staatsbürger". "Wenn man das Glück hat, zu einem gewissen Wohlstand gekommen zu sein, sollte man einen Beitrag für die künftige Entwicklung leisten", begründete Androsch gegenüber der APA seine Beweggründe für die Einrichtung der Stiftung. Die ÖAW habe er für seine Stiftung ausgewählt, weil sie eine "Visitenkarte für Wissenschaft und Forschung in Österreich" sei. Präsident der Stiftung ist Androsch. Thema "Arbeit": Für Lösungen der Zukunft

Das Thema "Arbeit" hat Androsch gewählt, "weil es für jeden Menschen ein essenzielles ist". Der Übergang zur Informations-, Bildungs- und Wissensgesellschaft, die Globalisierung, die demografischen Veränderungen und die alternde Gesellschaft würden unsere Gesellschaft im Allgemeinen und die Arbeitswelt im Besonderen von Grund auf verändern.
Es sei daher notwendig, rechtzeitig auf die sich abzeichnenden Veränderungen zu reagieren, um perspektivische Ansätze und Modelle für sozialverträgliche Problemlösungen und deren zukunftstaugliche Bewältigung entwickeln zu können.

Dr. Hannes Androsch - die Person

Die besten Berichte des WirtschaftsBlatt zum Thema Hannes Androsch.

Globalisierung - was ist das und was dagegen tun?

Die besten Berichte des WirtschaftsBlatt zum Thema Die Globalisierungsfalle.

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